
Bokashi-Kompostierung
Bokashi-Anleitung: So stellen Sie Dünger im Eimer her
Schicht für Schicht fermentieren: wie Sie den Eimer geruchsarm füllen, Sickersaft sinnvoll nutzen und den vollen Eimer auch ohne Garten weiterverarbeiten.
Was in den Bokashi-Eimer darf, wie Sie Reste geschickt weiterverwenden und mit welchen Routinen in einer kleinen Stadtwohnung kaum noch Bioabfall anfällt.

Kurz gesagt
Verwerten lässt sich fast alles Pflanzliche aus der Küche: Schalen, Strünke, Blätter, Kerne und Kaffeesatz. Nach Angaben der Verbraucherzentrale gehören alle pflanzlichen Küchenabfälle in den Biomüll, Öle, Fette und dicke Hölzer dagegen in der Regel nicht. Ohne Garten lässt sich ein Teil davon im Bokashi-Eimer fermentieren, der Rest verschwindet überlegt eingekauft erst gar nicht im Abfall.
Verwerten lässt sich fast alles Pflanzliche aus der Küche, von der Kartoffelschale über den Brokkolistrunk bis zum Kaffeesatz. Nach Angaben der Verbraucherzentrale gehören alle pflanzlichen Küchenabfälle in den Biomüll, während Öle, Fette und dicke Hölzer in der Regel ausgenommen sind.
Ohne Garten endet die Verwertung trotzdem nicht an der Mülltonne. Ein Bokashi-Eimer legt die Reste mit Milchsäurebakterien sauer ein, statt sie verrotten zu lassen. Das Verfahren braucht nur eine Ecke in der Küche und keinen Balkon. Wie die Fermentierung abläuft, zeigt der Überblick zur Bokashi-Kompostierung, die einzelnen Arbeitsschritte stehen in der Bokashi-Anleitung.
Geeignet sind kleingeschnittene pflanzliche Reste, die Feuchtigkeit abgeben dürfen. Alles, was hart, fettig oder überwiegend tierisch ist, stört die Fermentierung und führt in einer kleinen Wohnung eher zu unangenehmen Gerüchen.
Bevor etwas im Eimer landet, lohnt ein kurzer Blick, ob der Rest in der Küche noch eine Aufgabe hat. Die folgenden vier Ideen decken die häufigsten Fälle ab und bilden zusammen mit den vier Vermeidungstipps weiter unten die acht Tipps dieses Beitrags.
| Abfallart | Bokashi-Eimer | Biotonne | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Pflanzliche Küchenabfälle (Schalen, Strünke, Blätter) | geeignet, klein geschnitten | erlaubt | in vielen Kommunen die mengenmäßig größte Fraktion |
| Kaffeesatz und Teeblätter | geeignet | erlaubt | vorher gut abtropfen lassen |
| Speiseöle und -fette | nicht geeignet | meist nicht erlaubt | einige Kommunen erlauben Speisefette und Öle ausdrücklich |
| Dicke Hölzer | nicht geeignet | nicht erlaubt | Abgabe bei der kommunalen Grünschnittannahme |
| Kunststoffe, auch kompostierbare Bio-Beutel | nicht geeignet | nur wenn die Kommune Bioabfallbeutel aus biologisch abbaubaren Kunststoffen erlaubt | Kunststoff gilt als größtes Problem bei der Verwertung |
| Katzenstreu und tierische Exkremente | nicht geeignet | nicht erlaubt | gehört in den Restmüll |
| Behandeltes Holz, Steine, Glas | nicht geeignet | nicht erlaubt | gehört in den Restmüll |
| Kleine Mengen Zeitungspapier | nicht geeignet | erlaubt | etwa um Feuchtigkeit in der Tonne aufzusaugen |
Am wirksamsten vermeiden Sie Küchenabfälle, indem Sie gezielter einkaufen, Vorräte sichtbar lagern und Reste bewusst einplanen. In kleinen Haushalten entscheidet vor allem die Menge, die Sie überhaupt nach Hause tragen.
Ein großer Teil der vermeidbaren Abfälle entsteht nicht beim Kochen, sondern beim Einkauf und in der Vorratshaltung. Wer mit einem Einkaufszettel und einer groben Wochenplanung startet, kauft seltener doppelt und muss weniger wegwerfen. Ähnlich wichtig ist die Lagerung: Feuchtes Gemüse hält sich in einem Tuch im Kühlschrank meist länger als offen in der Schublade, Kräuter bleiben in einem Glas mit Wasser länger frisch.
In einer kleinen Wohnung bewährt sich ein dicht schließender Behälter, der täglich geleert oder direkt in den Bokashi-Eimer gegeben wird. Geruch entsteht vor allem dann, wenn feuchte Reste offen liegen oder der Saft im Eimer nicht abgezogen wird.
Für die tägliche Routine hilft eine feste Reihenfolge: Reste klein schneiden, in den Eimer geben, mit Bokashi-Streu abdecken, Deckel schließen. Eine ausführliche Abfolge für Hygiene und Reinigung liefert die Checkliste für hygienisches Sammeln. Wer zwischen mehreren Systemen schwankt, findet im Vergleich zum Kompostieren in der Wohnung eine Einordnung.
Der Saft, der sich am Boden des Eimers sammelt, ist ein organischer Flüssigdünger und lässt sich verdünnt zum Gießen verwenden. Er enthält Nährstoffe aus den fermentierten Küchenresten und passt zu Zimmer- und Balkonpflanzen.
Wichtig ist eine deutliche Verdünnung, damit die Wurzeln nicht überdüngt werden. Verdünnen Sie den Saft stark mit Gießwasser und geben Sie ihn nur in bereits feuchte Erde. Dosierung und Zeitpunkt erklärt der Ratgeber zum Flüssigdünger richtig anwenden, passende Produkte für Zimmerpflanzen sind unter Flüssigdünger für Zimmerpflanzen und in der Kategorie Flüssigdünger & Pflanzennahrung zusammengefasst.
Der Eimer ist voll, wenn sich der Deckel nicht mehr schließen lässt oder die Oberfläche bis zum Rand reicht. Dann braucht der Inhalt einige Wochen Ruhe zur Nachreifung, während ein zweiter Eimer den laufenden Betrieb übernimmt.
So gehen Sie vor, wenn der Eimer voll ist
Eimer verschließen und abziehen
Deckel fest schließen, den Eimer an einen kühlen, dunklen Platz stellen und den Saft weiterhin alle paar Tage abziehen.
Zweiten Eimer starten
Mit einem zweiten Behälter bleibt die Küche in Betrieb. Kleinere Haushalte kommen mit zwei Eimern meist gut über die Runden.
Nachreifezeit abwarten
In der Regel braucht der fermentierte Inhalt einige Wochen, bis er sich weiterverwerten lässt. Wie lange genau, hängt von Temperatur und Feuchtigkeit ab.
Weiterverwendung klären
Ohne Garten lässt sich der fertige Bokashi in Pflanzgefäßen mit Erde mischen oder an Gemeinschaftsgärten und Nachbarn abgeben. Details zum Leeren stehen unter Bokashi-Eimer leeren.
Wer die Reste lieber über die Biotonne entsorgt, sollte die örtliche Satzung prüfen, denn die Kommunen legen selbst fest, welche Abfälle zugelassen sind. Einen Überblick über Systeme für die Wohnung gibt die Kategorie Küchenkompost & Bioabfall.
Verwerten lassen sich alle pflanzlichen Küchenabfälle, also Schalen, Strünke, Blätter, Kerne, Kaffeesatz und Teeblätter. Für die Biotonne sind Öle, Fette und dicke Hölzer in der Regel ausgenommen. In einem Bokashi-Eimer lassen sich die pflanzlichen Reste auch ohne Garten fermentieren.
Die größte Wirkung haben ein geplanter Einkauf mit Zettel, sichtbar gelagerte Vorräte und ein fester Reste-Tag pro Woche. Kühlen und trocknen Sie angebrochene Zutaten zügig, damit sie nicht verderben. In kleinen Haushalten hilft es außerdem, kleinere Mengen und dafür häufiger einzukaufen.
Nicht hinein gehören Speiseöle und Fette, Knochen, größere Mengen tierischer Produkte sowie dicke Hölzer, Steine und Glas. Auch Kunststoffe jeder Art haben im Eimer nichts zu suchen, einschließlich Beuteln, die als kompostierbar ausgewiesen sind. Katzenstreu und tierische Exkremente gehören in den Restmüll.
Ja, wenn die Reste trocken und in einem dicht schließenden Behälter gesammelt und täglich weitergegeben werden. Im Bokashi-Eimer sorgen Milchsäurebakterien für eine saure Fermentierung statt für Fäulnis. Wird der Saft regelmäßig abgezogen und der Deckel geschlossen gehalten, bleibt der Geruch in der Regel gering.
Geleert wird, wenn der Eimer voll ist, nicht nach einem festen Kalender. Bei einem Zwei-Personen-Haushalt dauert das je nach Küchengewohnheiten unterschiedlich lange. Danach folgt eine Nachreifezeit von meist einigen Wochen, in der ein zweiter Eimer den Betrieb übernimmt.
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