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Milchsäurebakterien im Bokashi: So steuern sie die Fermentierung

Wie die Bakterien Küchenabfälle sauer machen, warum das Geruch und Schimmel bremst und welche Bedingungen sie im Eimer wirklich brauchen.

Von Veröffentlicht am 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Milchsäurebakterien sind Bakterien, die Kohlenhydrate zu Milchsäure umwandeln und dadurch den pH-Wert senken. Im Bokashi säuern sie die Küchenabfälle, statt sie faulen zu lassen, und halten so Geruch und Schimmel im Zaum. Entscheidend sind Sauerstoffabschluss, Feuchtigkeit und eine regelmäßige Zugabe von Effektiven Mikroorganismen.

  • Milchsäurebakterien wandeln Kohlenhydrate in Milchsäure um und senken damit den pH-Wert im Bokashi-Eimer.
  • Die Säuerung verdrängt Fäulnisbakterien – das ist der Hauptgrund, warum Bokashi geruchsarm bleibt.
  • Aktiv sind die Bakterien nur, wenn die Abfälle feucht, gut gepresst und sauerstoffarm lagern.
  • EM liefert Milchsäurebakterien und Nährstoffe; jede neue Schicht sollte dünn eingesprüht werden.
  • Ein dünner weißer Belag gilt als normal, schwarzer oder grüner Schimmel und Fäulnisgeruch nicht.

Was Milchsäurebakterien sind

Milchsäurebakterien sind eine Gruppe von Bakterien, die Kohlenhydrate zu Milchsäure umwandeln. Dabei sinkt der pH-Wert, und viele andere Mikroorganismen können sich nicht mehr ausbreiten. In der Natur sitzen sie auf Pflanzen und in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut, Kefir oder Buttermilch. Beim Bokashi gelangen sie über die Effektiven Mikroorganismen (EM) in den Eimer.

Im Bokashi übernehmen sie die eigentliche Arbeit: Sie säuern die Küchenabfälle, statt sie verrotten zu lassen. Bleibt der pH-Wert im sauren Bereich, haben Fäulnisbakterien und Schimmel kaum eine Chance. Das erklärt, warum ein gut fermentierter Eimer anders riecht als eine offene Biotonne.

Warum die Säuerung über Geruch und Haltbarkeit entscheidet

Fauliger Geruch entsteht meist, wenn Eiweiße unter Sauerstoffabschluss von Fäulnisbakterien abgebaut werden. Milchsäurebakterien verdrängen diese Konkurrenz, solange sie gute Bedingungen finden. Wie Sie Gerüche einordnen und was gegen aufsteigende Düfte in der Küche hilft, lesen Sie bei Kompostgeruch und in den Tipps zum geruchlosen Kompostieren.

Fünf Bedingungen für eine saubere Fermentierung

  • Sauerstoffarmut: Die Abfälle gut pressen und den Deckel geschlossen halten, damit keine Luft eindringt.
  • Feuchtigkeit: Die Mischung sollte sich wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen, nicht trocken sein und nicht im Saft stehen.
  • Nahrung: Kohlenhydratreiche Reste und die Zugabe von EM liefern den Bakterien den Zucker für die Säurebildung.
  • Verteilung: Jede neue Schicht dünn mit EM besprühen, damit die Bakterien überall hinkommen.
  • Temperatur: Warme Küchentemperatur beschleunigt die Fermentierung, ein dauerhaft kühler Standort bremst sie.
Bedingungen im Bokashi-Eimer: Was die Säuerung fördert und was sie bremst
FaktorFördert die SäuerungBremst die Säuerung
FeuchtigkeitAbfälle feucht, aber nicht durchnässtTrockene Reste oder stehendes Wasser
LuftabschlussGut gepresst, Deckel geschlossenLocker geschichtet, häufig geöffnet
NährstoffeZucker- und kohlenhydratreiche Reste, EM-ZugabeFast nur fett- und eiweißreiche Reste ohne EM
TemperaturWarme ZimmertemperaturDauerhaft kühler Standort
HygieneSauberer Eimer, sauberes WerkzeugSchimmelreste im Voreimer

So unterstützen Sie die Milchsäurebakterien in der Praxis

In der Praxis kommt es auf die ersten Tage an. Zerkleinern Sie grobe Reste, geben Sie beim Einfüllen EM-Sprühlösung hinzu und pressen Sie die Masse an. Lassen Sie die Flüssigkeit regelmäßig am Ablaufhahn ab, damit die Abfälle nicht im Saft stehen. Für ein sicheres Vorgehen Schritt für Schritt lohnt die Bokashi-Anleitung; die Hintergründe zur Sauerstoffarmut erklärt der Ratgeber zur anaeroben Fermentierung. Passendes Zubehör wie Sprühflaschen und EM finden Sie unter EM & Bokashi-Zubehör.

Für kleine Küchen zählt vor allem, dass der Eimer dicht schließt und die Abfälle nicht lange offen herumstehen. Wer die Fermentierung von Anfang an sauber aufsetzt, muss später kaum eingreifen – die Milchsäurebakterien erledigen den Rest.

Quellen

  1. Die Lactobazillen sind „Mikrobe des Jahres 2018“, NABU – Naturschutzbund Deutschland, abgerufen am
  2. Lebensmittel mit speziellen Bakterienkulturen (früher: Probiotika), Verbraucherzentrale Bundesverband, abgerufen am
  3. Buttermilch und Kefir, Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), abgerufen am

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