
Effektive Mikroorganismen & Bokashi-Zubehör
Anaerobe Fermentierung: Grundlagen für Bokashi
Was hinter dem sauerstofffreien Abbau steckt, warum Bokashi anders arbeitet als ein Komposthaufen und worauf es im Kücheneimer praktisch ankommt.
Was in EM steckt, wie das Gemisch Küchenabfälle sauer fermentiert statt faulen lässt und wo die Wirkung an Grenzen stößt – sachlich eingeordnet.
Kurz gesagt
Effektive Mikroorganismen (EM) sind ein flüssiges Gemisch aus Milchsäurebakterien, Hefen und Photosynthesebakterien. Im Bokashi sorgen sie dafür, dass Küchenabfälle unter Luftabschluss sauer fermentieren statt zu faulen: Der pH-Wert sinkt, Fäulniserreger und Schimmelpilze werden zurückgedrängt, unangenehmer Geruch entsteht kaum. EM ist dabei kein Dünger, sondern eine Startkultur für die Fermentation.
Effektive Mikroorganismen, kurz EM, sind keine einzelne Zutat, sondern ein Gemisch verschiedener Kulturen. Üblich ist eine Kombination aus Milchsäurebakterien, Hefen und photosynthetisch aktiven Bakterien, die in einer Zucker- oder Melasselösung vermehrt und als Flüssigkeit abgefüllt wird. Für Bokashi gibt es zusätzlich Varianten als Kleie oder Granulat, die sich leichter mit den Küchenabfällen vermischen lassen.
Für die Einordnung wichtig: EM ist kein Dünger und ersetzt keine saubere Fermentführung. Zentral sind die Milchsäurebakterien, weil sie Zucker zu Milchsäure umwandeln und damit das Milieu ansäuern. Die übrigen Gruppen unterstützen den Prozess, indem sie organische Substanz umsetzen und Fäulnisorganismen verdrängen. Wie deutlich dieser Effekt ausfällt, hängt vom Ausgangsmaterial, der Feuchtigkeit und der Temperatur ab.
| Bestandteil | Arbeitsweise | Bedeutung im Bokashi |
|---|---|---|
| Milchsäurebakterien | bilden aus Zucker Milchsäure und senken den pH-Wert | säuern das Substrat an und hemmen Fäulniserreger sowie Schimmel |
| Hefen | vergären Zucker und bilden dabei Alkohol und Kohlendioxid | verdrängen unerwünschte Keime und stabilisieren das Milieu |
| Photosynthesebakterien | nutzen Licht und organische Stoffe und bilden unter anderem Aminosäuren | unterstützen den Stoffumsatz vor allem in der Startphase |
| Melasse als Trägerstoff | liefert den Kulturen leicht verfügbaren Zucker | gibt der Fermentation die erste Energie |
Fertige Produkte folgen keinen einheitlichen Rezepturen: Konzentration und Zusammensetzung unterscheiden sich je nach Anbieter. Für den Bokashi zählt vor allem, dass die Kultur lebendig ist, kühl gelagert wird und die angesetzte Lösung nicht lange steht. Wie Sie EMa aus EM-1 selbst vermehren, beschreibt der Ratgeber EM aktivieren.
Im Bokashi-Eimer arbeiten die Mikroorganismen ohne Sauerstoff. Küchenabfälle werden lagenweise eingesprüht, fest angedrückt und luftdicht verschlossen; so entsteht eine anaerobe Fermentierung. Die Milchsäurebakterien säuern die Masse in der Regel innerhalb weniger Tage an, der pH-Wert liegt dann meist im sauren Bereich um vier. In diesem Milieu können Fäulnisbakterien und Schimmelpilze kaum wachsen, weshalb der typische Verwesungsgeruch ausbleibt.
EM wird seit Jahren auch außerhalb der Küche beworben, von der Bodenverbesserung bis zur Reinigung. Die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat entsprechende Anwendungen geprüft, ebenso die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Die Ergebnisse fallen je nach Anwendung, Dosierung und Standort unterschiedlich aus; eine pauschale Wirkgarantie lässt sich daraus nicht ableiten.
Für den Bokashi ist die Sache mechanistisch klarer: Es geht nicht um düngende Effekte im Boden, sondern um Konservierung durch Säuerung. Diese Säuerung lässt sich am Geruch, an der Oberfläche und am Ablauf der Flüssigkeit gut kontrollieren. Wer zusätzlich wissen will, wie das System ohne Garten funktioniert, findet in der Kategorie Küchenkompost & Bioabfall die passenden Grundlagen.
Für die Anwendung brauchen Sie wenig: einen dichten Eimer mit Siebeinsatz und Ablasshahn, eine Sprühflasche für die verdünnte EM-Lösung und einen festen Platz, an dem es nicht zu warm wird. Ein fertiges Set erleichtert den Start, weil die Teile aufeinander abgestimmt sind; worauf Sie beim Kauf achten sollten, steht im Ratgeber Bokashi-Eimer Starterset kaufen. Wer handwerklich geschickt ist, findet in der Bauanleitung eine günstige Alternative.
Denken Sie auch an die zweite Hälfte des Kreislaufs: Der anfallende organische Flüssigdünger wird verdünnt gegossen. Dosierung und Abstände erklärt der Ratgeber Flüssigdünger richtig anwenden. Bei Geruchsproblemen helfen die Tipps zum geruchlosen Kompostieren.
Effektive Mikroorganismen sind ein Gemisch aus mehreren Mikroorganismen-Gruppen, in der Regel Milchsäurebakterien, Hefen und photosynthetisch aktive Bakterien. Sie werden in einer Melasselösung vermehrt und als Flüssigkeit, gelegentlich auch als Kleie angeboten. Wichtig ist die Einordnung als Arbeitskultur für die Fermentation, nicht als Dünger oder Medikament.
Im luftdicht verschlossenen Eimer wandeln Milchsäurebakterien Zucker in Milchsäure um und senken damit den pH-Wert in den sauren Bereich. Dadurch können Fäulnisbakterien und Schimmelpilze kaum wachsen, und es entsteht statt Verwesungsgeruch ein säuerlicher Fermentationsgeruch. Entscheidend für die Wirkung sind Luftabschluss, passende Feuchtigkeit und eine frisch angesetzte EM-Lösung.
Ein gut geführter Eimer riecht in der Regel säuerlich, ähnlich wie Sauerteig oder eingelegtes Gemüse, nicht nach Fäulnis. Ein fauliger Geruch ist ein Hinweis auf zu viel Luft, zu nasse Abfälle oder eine unterbrochene Fermentation. Dann hilft es, den Eimer zu reinigen, grobe Fäulnisstellen zu entfernen und die Abfälle künftig kleingeschnitten und trockener einzufüllen.