
Bokashi-Kompostierung
Bokashi-Anleitung: So stellen Sie Dünger im Eimer her
Schicht für Schicht fermentieren: wie Sie den Eimer geruchsarm füllen, Sickersaft sinnvoll nutzen und den vollen Eimer auch ohne Garten weiterverarbeiten.
Zwei Eimer, ein dichter Deckel, viele kleine Löcher: So bauen Sie einen Bokashi-Eimer für die Wohnung – mit oder ohne Bohrer und mit klarer Empfehlung je Situation.

Kurz gesagt
Ein Bokashi-Eimer lässt sich aus zwei gleich großen Kunststoffeimern mit dichtem Deckel selbst bauen: In den Boden des inneren Eimers kommen viele kleine Löcher, der äußere fängt die Flüssigkeit auf. Wer nicht bohren möchte, schmilzt die Löcher mit einem heißen Nagel und hebt den inneren Eimer zum Abgießen heraus. Entscheidend sind ein luftdichter Abschluss und mindestens drei Zentimeter Abstand zwischen den Böden.
Ein Bokashi-Eimer ist im Kern ein Doppeleimer: Der innere Behälter hat Löcher im Boden und wirkt als Sieb, der äußere fängt die Flüssigkeit auf, die beim Fermentieren entsteht. Damit das zuverlässig funktioniert, muss der Behälter weitgehend luftdicht schließen, denn Bokashi beruht auf einer anaeroben Fermentation mit Milchsäurebakterien. Wie dieser Prozess abläuft, erklärt unser Beitrag zur anaeroben Fermentierung; einen Überblick über das ganze System gibt die Themenwelt Bokashi-Kompostierung.
Für den Eigenbau gibt es drei realistische Wege, die sich vor allem in zwei Punkten unterscheiden: ob gebohrt wird und ob ein Ablaufhahn eingebaut ist. Die folgende Übersicht ordnet die Varianten nach Aufwand und Einsatzort, damit Sie nicht erst nach dem Baumarktbesuch merken, dass Ihnen Werkzeug oder Platz fehlt.
| Variante | Bohren nötig | Ablaufhahn | Flüssigkeit ablassen | Passt vor allem zu |
|---|---|---|---|---|
| Zwei Eimer mit Ablaufhahn | ja, Bohrer mit kleinem Durchmesser | ja, seitlich unten am äußeren Eimer | über den Hahn direkt in ein Gefäß | Haushalte mit Werkzeug, die regelmäßig und viel sammeln |
| Zwei Eimer ohne Bohren | nein, Löcher mit heißem Nagel geschmolzen | nein | inneren Eimer herausheben und umfüllen | Mietwohnungen ohne Werkzeugkiste, gelegentliche Nutzung |
| Mini-Bokashi aus kleinen Eimern | je nach Bauart | meist nein | inneren Eimer herausheben | sehr kleine Küchen, ein bis zwei Personen |
Die Einkaufsliste ist kurz. Wichtig sind zwei Eimer, die sich ineinanderstapeln lassen und zusammen einen dichten Verschluss ergeben – genauso wichtig wie die Löcher im Boden, denn entweicht Luft, kippt die Fermentation leichter. Für die Mikroorganismen brauchen Sie zusätzlich Bokashi-Ferment oder EM; beides gehört zur Grundausstattung aus dem Bereich EM und Bokashi-Zubehör.
Die folgenden Werte stammen aus zwei verbreiteten Bauanleitungen. Sie unterscheiden sich in Details, sind aber problemlos miteinander kombinierbar: Wer sehr feine Löcher wählt, verhindert besser, dass unfermentierte Speisereste in die Flüssigkeit rutschen.
| Bauteil | Empfohlener Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Löcher im Boden des inneren Eimers | etwa 20 bis 30 Löcher | Werte nach smarticular |
| Lochdurchmesser gebohrt | zwei bis drei Millimeter | Werte nach smarticular |
| Lochdurchmesser feine Variante | ein bis zwei Millimeter genügen | Werte nach keep-it-gruen, damit keine Reste in die Flüssigkeit gelangen |
| Abstand zwischen den Eimerböden | mindestens drei Zentimeter | Werte nach keep-it-gruen, sonst steht das Material im eigenen Saft |
| Eimerpaar | zwei gleich große Eimer mit dichtem Deckel | Werte nach smarticular |
| Abdichtung des oberen Randes | Dichtungs- oder Isolierband, Lagen je nach Spalt | Werte nach smarticular |
Diese Bauart passt, wenn Sie täglich Küchenabfälle sammeln, ein bis zwei Personen versorgen und einen Bohrer zur Hand haben. Der Vorteil: Sie zapfen die Flüssigkeit bequem ab, ohne den vollen inneren Eimer herausheben zu müssen. Genau das ist bei einem größeren Eimer mit schwerem Inhalt der angenehmere Weg.
Bokashi-Eimer mit Ablaufhahn in fünf Schritten bauen
Innenboden durchlöchern
Bohren Sie in den Boden des inneren Eimers etwa 20 bis 30 Löcher mit zwei bis drei Millimetern Durchmesser. Diese Siebfunktion lässt später die Flüssigkeit ablaufen.
Hahnposition markieren
Legen Sie am äußeren Eimer fest, wo der Hahn sitzen soll – möglichst weit unten am Rand. Markieren Sie die Stelle mit einem Stift.
Öffnung ausschneiden
Schneiden Sie vorsichtig ein Loch in den Kunststoff, in das der Ablaufhahn exakt hineinpasst. Arbeiten Sie mit wenig Druck, damit der Kunststoff nicht einreißt.
Hahn einsetzen und abdichten
Verfügt der Hahn über eine eigene Dichtung, verschrauben Sie ihn direkt. Fehlt sie, dichten Sie zusätzlich mit Dichtmasse ab, damit später keine Flüssigkeit austritt.
Eimer stapeln und Rand abdichten
Stellen Sie beide Eimer ineinander und prüfen Sie, wie viele Lagen Dichtungsband nötig sind, um den Spalt am oberen Rand zu schließen. Danach sind Sie fertig.
„Ohne Bohren“ kann zweierlei heißen, und beides ist möglich: Sie verzichten auf den Bohrer und ebenso auf den Ablaufhahn. Für die Löcher im inneren Boden genügt ein Nagel, den Sie erhitzen und durch den Kunststoff schmelzen – so entstehen saubere Öffnungen ohne Bohrmaschine. Auf den Hahn können Sie komplett verzichten, indem Sie den inneren Eimer zum Abgießen einfach herausheben.
Ohne Bohrer und ohne Hahn zum fertigen Eimer
Löcher schmelzen
Erhitzen Sie einen Nagel oder eine dünne Schraube und schmelzen Sie damit zahlreiche kleine Öffnungen in den Boden des inneren Eimers. Ein Durchmesser von einem bis zwei Millimetern reicht, damit keine Speisereste durchrutschen.
Eimer stapeln
Stellen Sie den gelochten Eimer in den ungelochten. Sitzen sie zu locker, kleben Sie die Innenseite des unteren Randes rundherum mit Klebeband ab, bis beide dicht ineinandergreifen und sich trotzdem trennen lassen.
Deckel aufsetzen
Verschließen Sie den Aufbau mit einem gut schließenden Deckel. Ohne dichten Abschluss kommt Luft an das Material und die Fermentation verläuft unzuverlässiger.
Flüssigkeit durch Anheben entnehmen
Heben Sie den inneren Eimer heraus und stellen Sie ihn auf den zweiten, unbenutzten Deckel. Aus dem unteren Eimer gießen Sie die Flüssigkeit ab, ohne dass etwas danebenläuft.
Die abgelassene Flüssigkeit ist verdünnt ein Dünger für Zimmerpflanzen und Balkonkästen. Wie Sie sie dosieren und lagern, steht im Ratgeber Flüssigdünger richtig anwenden sowie in der Themenwelt Flüssigdünger und Pflanzennahrung.
Wer in einer kleinen Wohnung nur wenig Platz hat, greift zu deutlich kleineren Eimern. Der Aufbau bleibt identisch, nur die Dimension schrumpft. Wichtig ist, die Eimer nicht zu klein zu wählen – in einer Bauanleitung für einen Mini-Bokashi heißt es ausdrücklich, die Eimer sollten nicht kleiner sein als im dortigen Beispiel, während größer kaum ein Problem darstellt. Entscheidend bleibt der Abstand zwischen den Böden von mindestens drei Zentimetern und eine breite Krempe, damit sich beide Eimer gut fassen.
Kleine Eimer haben einen praktischen Nebeneffekt: Sie zwingen zu häufigerem Entleeren, was gerade in einer Wohnung ohne Abstellraum hygienisch günstiger ist. Welche Systeme sich sonst für Mietwohnungen eignen, vergleicht der Ratgeber kompostieren in der Wohnung.
Der Eigenbau ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie die passenden Eimer günstig bekommen und Freude am Basteln haben. Ein fertiges Set spart dagegen den Arbeitsschritt und bringt oft eine passgenaue Siebkonstruktion mit. Die folgende Gegenüberstellung hilft bei der Entscheidung.
Vorteile
Nachteile
Wenn Sie sich für ein fertiges System interessieren, finden Sie Kriterien, Größen und typische Ausstattungsunterschiede in der Kaufberatung zu Bokashi-Startersets. Für die Entscheidung reicht oft ein Blick auf zwei Fragen: Wie viel Abfall fällt pro Woche an, und wo steht der Eimer – in einem Schrank, auf der Arbeitsplatte oder im Abstellraum?
Die folgende Zuordnung fasst zusammen, für wen sich welche Bauart in der Praxis bewährt hat. Sie ersetzt keine individuelle Beratung, deckt aber die typischen Fälle in einer Stadtwohnung ab.
In allen Fällen gilt: Stellen Sie den Eimer nicht in direkte Sonne, prüfen Sie den Deckel regelmäßig und lassen Sie die Flüssigkeit nicht wochenlang im unteren Eimer stehen. Wer Küchenabfälle getrennt sammelt und den Eimer zügig befüllt, hat mit jeder der drei Varianten ein Gerüst, das im Alltag funktioniert. Weitere Anregungen zum Umgang mit Resten finden Sie in den Praxistipps zur Küchenabfallverwertung.
Erst prüfen, ob gebohrt werden darf und ob ein Hahn gewünscht ist, dann Material besorgen.
Viele feine Löcher und mindestens drei Zentimeter Abstand zwischen den Böden entscheiden über den Erfolg.
Vor dem ersten Befüllen mit Wasser prüfen, ob Deckel und Rand dicht schließen.
Ein Starterset spart Arbeitsschritte, der Eigenbau lässt sich an Größe und Bedarf anpassen.
Sie brauchen zwei gleich große Kunststoffeimer, die sich ineinanderstapeln lassen, mit einem luftdicht schließenden Deckel. Dazu kommen Dichtungs- oder Isolierband für den Spalt am oberen Rand, ein Bohrer mit kleinem Durchmesser oder alternativ ein heißer Nagel sowie Bokashi-Ferment für den Start. Ein Ablaufhahn ist optional, aber praktisch, wenn Sie regelmäßig größere Mengen sammeln.
Schmelzen Sie mit einem erhitzten Nagel oder einer dünnen Schraube viele kleine Löcher von einem bis zwei Millimetern in den Boden des inneren Eimers. Stapeln Sie beide Eimer so, dass mindestens drei Zentimeter Abstand zwischen den Böden bleiben, und dichten Sie den Rand mit Klebeband ab. Auf einen Ablaufhahn können Sie verzichten: Sie heben den inneren Eimer zum Abgießen einfach heraus und stellen ihn auf den zweiten Deckel.
In einer verbreiteten Bauanleitung sind etwa 20 bis 30 Löcher mit zwei bis drei Millimetern Durchmesser vorgesehen. Eine andere Anleitung hält ein bis zwei Millimeter für ausreichend, damit keine Essensreste in die Flüssigkeit rutschen. Entscheidend ist, dass die Flüssigkeit zuverlässig abläuft und das Material nicht im eigenen Saft steht.
Bokashi ist eine anaerobe Fermentation mit Milchsäurebakterien, die ohne Luft zuverlässiger abläuft. Dringt Luft ein, können sich unerwünschte Keime und Gerüche stärker ausbreiten. Prüfen Sie deshalb vor dem ersten Befüllen, ob der Deckel satt schließt und der Spalt zwischen den Eimern am Rand abgedichtet ist.
Heben Sie den inneren Eimer heraus und stellen Sie ihn auf den zweiten, bisher unbenutzten Deckel. Aus dem unteren Eimer können Sie die Flüssigkeit dann direkt in ein Glas oder eine Gießkanne gießen. Verdünnen Sie sie vor der Verwendung als Pflanzendünger, wie im Ratgeber zur Dosierung beschrieben.
Redaktionsteam
Die Redaktion von BokashiKueche bereitet Wissen rund um Bokashi-Kompostierung für kleine Küchen und Stadtwohnungen, Bokashi-Eimer & Starter-Sets, Bokashi-Zubehör & EM verständlich auf.
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