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Bokashi Eimer selber bauen: Welche der drei Varianten zu Ihrer Küche passt

Zwei Eimer, ein dichter Deckel, viele kleine Löcher: So bauen Sie einen Bokashi-Eimer für die Wohnung – mit oder ohne Bohrer und mit klarer Empfehlung je Situation.

Von Veröffentlicht am 11 Min. Lesezeit

Zwei ineinandergestapelte Kunststoffeimer mit dichtem Deckel, der innere Eimer hat kleine Bohrlöcher im Boden
Der innere Eimer wirkt als Sieb, der äußere sammelt die Flüssigkeit – wichtig ist ein luftdicht schließender Deckel.

Kurz gesagt

Ein Bokashi-Eimer lässt sich aus zwei gleich großen Kunststoffeimern mit dichtem Deckel selbst bauen: In den Boden des inneren Eimers kommen viele kleine Löcher, der äußere fängt die Flüssigkeit auf. Wer nicht bohren möchte, schmilzt die Löcher mit einem heißen Nagel und hebt den inneren Eimer zum Abgießen heraus. Entscheidend sind ein luftdichter Abschluss und mindestens drei Zentimeter Abstand zwischen den Böden.

  • Für den Eigenbau genügen zwei gleich große Kunststoffeimer mit luftdichtem Deckel, Dichtband und ein Werkzeug für die Löcher im inneren Boden.
  • Der innere Eimer braucht viele kleine Löcher als Sieb – in Anleitungen sind etwa 20 bis 30 Löcher mit zwei bis drei Millimetern Durchmesser üblich.
  • Zwischen den Böden beider Eimer sollten mindestens drei Zentimeter Platz bleiben, damit die Flüssigkeit ablaufen kann und das Material nicht darin steht.
  • Ohne Bohrer lässt sich nichts bohren, aber schmelzen: Ein erhitzter Nagel erzeugt saubere Löcher, ein Ablaufhahn ist für den Betrieb nicht zwingend nötig.
  • Wer ohne Ablaufhahn baut, hebt den inneren Eimer zum Abgießen einfach heraus und stellt ihn auf den zweiten Deckel – das spart Arbeitsschritte.

Welche drei Wege zum eigenen Bokashi-Eimer es gibt

Ein Bokashi-Eimer ist im Kern ein Doppeleimer: Der innere Behälter hat Löcher im Boden und wirkt als Sieb, der äußere fängt die Flüssigkeit auf, die beim Fermentieren entsteht. Damit das zuverlässig funktioniert, muss der Behälter weitgehend luftdicht schließen, denn Bokashi beruht auf einer anaeroben Fermentation mit Milchsäurebakterien. Wie dieser Prozess abläuft, erklärt unser Beitrag zur anaeroben Fermentierung; einen Überblick über das ganze System gibt die Themenwelt Bokashi-Kompostierung.

Für den Eigenbau gibt es drei realistische Wege, die sich vor allem in zwei Punkten unterscheiden: ob gebohrt wird und ob ein Ablaufhahn eingebaut ist. Die folgende Übersicht ordnet die Varianten nach Aufwand und Einsatzort, damit Sie nicht erst nach dem Baumarktbesuch merken, dass Ihnen Werkzeug oder Platz fehlt.

DIY-Varianten für den Bokashi-Eimer nach Bauart und Ablassmethode (Kriterien nach smarticular und keep-it-gruen)
VarianteBohren nötigAblaufhahnFlüssigkeit ablassenPasst vor allem zu
Zwei Eimer mit Ablaufhahnja, Bohrer mit kleinem Durchmesserja, seitlich unten am äußeren Eimerüber den Hahn direkt in ein GefäßHaushalte mit Werkzeug, die regelmäßig und viel sammeln
Zwei Eimer ohne Bohrennein, Löcher mit heißem Nagel geschmolzenneininneren Eimer herausheben und umfüllenMietwohnungen ohne Werkzeugkiste, gelegentliche Nutzung
Mini-Bokashi aus kleinen Eimernje nach Bauartmeist neininneren Eimer heraushebensehr kleine Küchen, ein bis zwei Personen

Diese Materialien brauchen Sie in jedem Fall

Die Einkaufsliste ist kurz. Wichtig sind zwei Eimer, die sich ineinanderstapeln lassen und zusammen einen dichten Verschluss ergeben – genauso wichtig wie die Löcher im Boden, denn entweicht Luft, kippt die Fermentation leichter. Für die Mikroorganismen brauchen Sie zusätzlich Bokashi-Ferment oder EM; beides gehört zur Grundausstattung aus dem Bereich EM und Bokashi-Zubehör.

  • Zwei gleich große Kunststoffeimer mit luftdicht schließendem Deckel; günstig sind Eimer mit breiter Krempe am Rand, weil die Böden dann Abstand haben.
  • Dichtmaterial wie Isolier- oder Dichtungsband, um den Spalt zwischen beiden Eimern am oberen Rand zu schließen.
  • Bohrer mit kleinem Durchmesser oder alternativ ein Nagel beziehungsweise eine dünne Schraube, die Sie erhitzen.
  • Ablaufhahn mit Dichtung, wenn Sie die Variante mit Zapfhahn bauen; fehlt die Dichtung, zusätzlich Dichtmasse besorgen.
  • Bokashi-Ferment (EM) für den Start, außerdem ein Gefäß zum Auffangen der Flüssigkeit.

Maße und Lochgrößen für den Eigenbau

Die folgenden Werte stammen aus zwei verbreiteten Bauanleitungen. Sie unterscheiden sich in Details, sind aber problemlos miteinander kombinierbar: Wer sehr feine Löcher wählt, verhindert besser, dass unfermentierte Speisereste in die Flüssigkeit rutschen.

Maße für den selbstgebauten Bokashi-Eimer (Werte nach smarticular und keep-it-gruen)
BauteilEmpfohlener WertHinweis
Löcher im Boden des inneren Eimersetwa 20 bis 30 LöcherWerte nach smarticular
Lochdurchmesser gebohrtzwei bis drei MillimeterWerte nach smarticular
Lochdurchmesser feine Varianteein bis zwei Millimeter genügenWerte nach keep-it-gruen, damit keine Reste in die Flüssigkeit gelangen
Abstand zwischen den Eimerbödenmindestens drei ZentimeterWerte nach keep-it-gruen, sonst steht das Material im eigenen Saft
Eimerpaarzwei gleich große Eimer mit dichtem DeckelWerte nach smarticular
Abdichtung des oberen RandesDichtungs- oder Isolierband, Lagen je nach SpaltWerte nach smarticular

Variante 1: Zwei Eimer mit Ablaufhahn – für alle, die regelmäßig sammeln

Diese Bauart passt, wenn Sie täglich Küchenabfälle sammeln, ein bis zwei Personen versorgen und einen Bohrer zur Hand haben. Der Vorteil: Sie zapfen die Flüssigkeit bequem ab, ohne den vollen inneren Eimer herausheben zu müssen. Genau das ist bei einem größeren Eimer mit schwerem Inhalt der angenehmere Weg.

Bokashi-Eimer mit Ablaufhahn in fünf Schritten bauen

  1. Innenboden durchlöchern

    Bohren Sie in den Boden des inneren Eimers etwa 20 bis 30 Löcher mit zwei bis drei Millimetern Durchmesser. Diese Siebfunktion lässt später die Flüssigkeit ablaufen.

  2. Hahnposition markieren

    Legen Sie am äußeren Eimer fest, wo der Hahn sitzen soll – möglichst weit unten am Rand. Markieren Sie die Stelle mit einem Stift.

  3. Öffnung ausschneiden

    Schneiden Sie vorsichtig ein Loch in den Kunststoff, in das der Ablaufhahn exakt hineinpasst. Arbeiten Sie mit wenig Druck, damit der Kunststoff nicht einreißt.

  4. Hahn einsetzen und abdichten

    Verfügt der Hahn über eine eigene Dichtung, verschrauben Sie ihn direkt. Fehlt sie, dichten Sie zusätzlich mit Dichtmasse ab, damit später keine Flüssigkeit austritt.

  5. Eimer stapeln und Rand abdichten

    Stellen Sie beide Eimer ineinander und prüfen Sie, wie viele Lagen Dichtungsband nötig sind, um den Spalt am oberen Rand zu schließen. Danach sind Sie fertig.

Variante 2: Bokashi-Eimer ohne Bohren bauen – für Mietwohnungen ohne Werkzeug

„Ohne Bohren“ kann zweierlei heißen, und beides ist möglich: Sie verzichten auf den Bohrer und ebenso auf den Ablaufhahn. Für die Löcher im inneren Boden genügt ein Nagel, den Sie erhitzen und durch den Kunststoff schmelzen – so entstehen saubere Öffnungen ohne Bohrmaschine. Auf den Hahn können Sie komplett verzichten, indem Sie den inneren Eimer zum Abgießen einfach herausheben.

Ohne Bohrer und ohne Hahn zum fertigen Eimer

  1. Löcher schmelzen

    Erhitzen Sie einen Nagel oder eine dünne Schraube und schmelzen Sie damit zahlreiche kleine Öffnungen in den Boden des inneren Eimers. Ein Durchmesser von einem bis zwei Millimetern reicht, damit keine Speisereste durchrutschen.

  2. Eimer stapeln

    Stellen Sie den gelochten Eimer in den ungelochten. Sitzen sie zu locker, kleben Sie die Innenseite des unteren Randes rundherum mit Klebeband ab, bis beide dicht ineinandergreifen und sich trotzdem trennen lassen.

  3. Deckel aufsetzen

    Verschließen Sie den Aufbau mit einem gut schließenden Deckel. Ohne dichten Abschluss kommt Luft an das Material und die Fermentation verläuft unzuverlässiger.

  4. Flüssigkeit durch Anheben entnehmen

    Heben Sie den inneren Eimer heraus und stellen Sie ihn auf den zweiten, unbenutzten Deckel. Aus dem unteren Eimer gießen Sie die Flüssigkeit ab, ohne dass etwas danebenläuft.

Die abgelassene Flüssigkeit ist verdünnt ein Dünger für Zimmerpflanzen und Balkonkästen. Wie Sie sie dosieren und lagern, steht im Ratgeber Flüssigdünger richtig anwenden sowie in der Themenwelt Flüssigdünger und Pflanzennahrung.

Variante 3: Mini-Bokashi für sehr kleine Küchen

Wer in einer kleinen Wohnung nur wenig Platz hat, greift zu deutlich kleineren Eimern. Der Aufbau bleibt identisch, nur die Dimension schrumpft. Wichtig ist, die Eimer nicht zu klein zu wählen – in einer Bauanleitung für einen Mini-Bokashi heißt es ausdrücklich, die Eimer sollten nicht kleiner sein als im dortigen Beispiel, während größer kaum ein Problem darstellt. Entscheidend bleibt der Abstand zwischen den Böden von mindestens drei Zentimetern und eine breite Krempe, damit sich beide Eimer gut fassen.

Kleine Eimer haben einen praktischen Nebeneffekt: Sie zwingen zu häufigerem Entleeren, was gerade in einer Wohnung ohne Abstellraum hygienisch günstiger ist. Welche Systeme sich sonst für Mietwohnungen eignen, vergleicht der Ratgeber kompostieren in der Wohnung.

Selbst bauen oder Starterset kaufen?

Der Eigenbau ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie die passenden Eimer günstig bekommen und Freude am Basteln haben. Ein fertiges Set spart dagegen den Arbeitsschritt und bringt oft eine passgenaue Siebkonstruktion mit. Die folgende Gegenüberstellung hilft bei der Entscheidung.

Vorteile

  • Materialkosten bleiben gering, wenn passende Eimer vorhanden oder günstig zu kaufen sind
  • Die Größe lässt sich an Küche und Abfallmenge anpassen
  • Ersatzteile wie Deckel oder zweiter Eimer sind leicht nachzukaufen
  • Defekte Teile lassen sich einzeln tauschen statt das ganze Set zu ersetzen

Nachteile

  • Dichtigkeit und Bohrabstand müssen selbst eingeschätzt werden
  • Ein falsch gesetzter Ablaufhahn wird zur Dauerbaustelle
  • Ohne dichten Verschluss leidet die Fermentation
  • Ein gekauftes Set bringt häufig Zubehör mit, das beim Eigenbau fehlt

Wenn Sie sich für ein fertiges System interessieren, finden Sie Kriterien, Größen und typische Ausstattungsunterschiede in der Kaufberatung zu Bokashi-Startersets. Für die Entscheidung reicht oft ein Blick auf zwei Fragen: Wie viel Abfall fällt pro Woche an, und wo steht der Eimer – in einem Schrank, auf der Arbeitsplatte oder im Abstellraum?

Welche Variante passt zu Ihrer Situation?

Die folgende Zuordnung fasst zusammen, für wen sich welche Bauart in der Praxis bewährt hat. Sie ersetzt keine individuelle Beratung, deckt aber die typischen Fälle in einer Stadtwohnung ab.

  • Viel Abfall, fest eingerichtete Küche: Zwei Eimer mit Ablaufhahn, weil Sie den Saft ohne Anheben des vollen Eimers zapfen können.
  • Mietwohnung ohne Werkzeug: Variante ohne Bohren mit geschmolzenen Löchern und ohne Hahn – Sie kommen mit Nagel, Feuerzeug und Klebeband aus.
  • Sehr kleine Küche mit ein bis zwei Personen: Mini-Bokashi aus kleinen Eimern, sofern mindestens drei Zentimeter zwischen den Böden bleiben.
  • Keine Lust auf Basteln: Starterset kaufen und den Eigenbau als späteren Ersatz planen, wenn ein Teil defekt ist.
  • Unsicher beim Befüllen: Erst die Bokashi-Anleitung lesen, dann bauen – falsche Abfälle verderben den Ansatz schneller als eine ungenaue Lochgröße.

In allen Fällen gilt: Stellen Sie den Eimer nicht in direkte Sonne, prüfen Sie den Deckel regelmäßig und lassen Sie die Flüssigkeit nicht wochenlang im unteren Eimer stehen. Wer Küchenabfälle getrennt sammelt und den Eimer zügig befüllt, hat mit jeder der drei Varianten ein Gerüst, das im Alltag funktioniert. Weitere Anregungen zum Umgang mit Resten finden Sie in den Praxistipps zur Küchenabfallverwertung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Passende Bauart wählen

    Erst prüfen, ob gebohrt werden darf und ob ein Hahn gewünscht ist, dann Material besorgen.

  • Maße einhalten

    Viele feine Löcher und mindestens drei Zentimeter Abstand zwischen den Böden entscheiden über den Erfolg.

  • Dichtigkeit testen

    Vor dem ersten Befüllen mit Wasser prüfen, ob Deckel und Rand dicht schließen.

  • Gegen Kauf abwägen

    Ein Starterset spart Arbeitsschritte, der Eigenbau lässt sich an Größe und Bedarf anpassen.

Häufige Fragen

Welche Materialien brauche ich für einen DIY-Bokashi-Eimer?

Sie brauchen zwei gleich große Kunststoffeimer, die sich ineinanderstapeln lassen, mit einem luftdicht schließenden Deckel. Dazu kommen Dichtungs- oder Isolierband für den Spalt am oberen Rand, ein Bohrer mit kleinem Durchmesser oder alternativ ein heißer Nagel sowie Bokashi-Ferment für den Start. Ein Ablaufhahn ist optional, aber praktisch, wenn Sie regelmäßig größere Mengen sammeln.

Wie baue ich einen Bokashi-Eimer ohne Bohren?

Schmelzen Sie mit einem erhitzten Nagel oder einer dünnen Schraube viele kleine Löcher von einem bis zwei Millimetern in den Boden des inneren Eimers. Stapeln Sie beide Eimer so, dass mindestens drei Zentimeter Abstand zwischen den Böden bleiben, und dichten Sie den Rand mit Klebeband ab. Auf einen Ablaufhahn können Sie verzichten: Sie heben den inneren Eimer zum Abgießen einfach heraus und stellen ihn auf den zweiten Deckel.

Wie viele Löcher gehören in den Boden des inneren Eimers?

In einer verbreiteten Bauanleitung sind etwa 20 bis 30 Löcher mit zwei bis drei Millimetern Durchmesser vorgesehen. Eine andere Anleitung hält ein bis zwei Millimeter für ausreichend, damit keine Essensreste in die Flüssigkeit rutschen. Entscheidend ist, dass die Flüssigkeit zuverlässig abläuft und das Material nicht im eigenen Saft steht.

Warum muss der Bokashi-Eimer luftdicht schließen?

Bokashi ist eine anaerobe Fermentation mit Milchsäurebakterien, die ohne Luft zuverlässiger abläuft. Dringt Luft ein, können sich unerwünschte Keime und Gerüche stärker ausbreiten. Prüfen Sie deshalb vor dem ersten Befüllen, ob der Deckel satt schließt und der Spalt zwischen den Eimern am Rand abgedichtet ist.

Wie lasse ich die Flüssigkeit ohne Ablaufhahn ab?

Heben Sie den inneren Eimer heraus und stellen Sie ihn auf den zweiten, bisher unbenutzten Deckel. Aus dem unteren Eimer können Sie die Flüssigkeit dann direkt in ein Glas oder eine Gießkanne gießen. Verdünnen Sie sie vor der Verwendung als Pflanzendünger, wie im Ratgeber zur Dosierung beschrieben.

Quellen

  1. Bokashi-Eimer selber bauen: So einfach machst du Küchenabfälle zu Dünger, smarticular Verlag, abgerufen am
  2. Einen Mini-Bokashi selber bauen (Anleitung), keep-it-gruen, abgerufen am
  3. Bokashi-Eimer bauen als perfekten Kompostersatz, Bosch DIY, abgerufen am
  4. Bokashi Eimer selber bauen, EM e.V. – Interessengemeinschaft Effektive Mikroorganismen, abgerufen am

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Die Redaktion von BokashiKueche bereitet Wissen rund um Bokashi-Kompostierung für kleine Küchen und Stadtwohnungen, Bokashi-Eimer & Starter-Sets, Bokashi-Zubehör & EM verständlich auf.

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