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Flüssigdünger Zimmerpflanzen: So versorgen Sie Ihre Pflanzen richtig

Was Flüssigdünger für Zimmerpflanzen leisten, wie Sie Bokashi-Saft verdünnen und woran Sie eine Überdüngung erkennen.

Von Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

Flüssigdünger für Zimmerpflanzen ist eine Nährstofflösung, die Sie mit dem Gießwasser ins Substrat geben; die Nährstoffe sind dadurch rasch verfügbar. Bokashi-Saft als organischer Flüssigdünger muss vor der Anwendung stark mit Wasser verdünnt werden, das passende Verhältnis nennt das Etikett des Produkts. Gedüngt wird vor allem in der Wachstumsphase von Frühjahr bis Herbst, im Winter meist gar nicht.

  • Flüssigdünger für Zimmerpflanzen bringt Nährstoffe über das Gießwasser ins Substrat und lässt sich feiner dosieren als Festdünger.
  • Bokashi-Saft ist ein organischer Flüssigdünger, der vor der Anwendung deutlich mit Wasser verdünnt werden muss.
  • Gedüngt wird überwiegend in der Wachstumsphase von Frühjahr bis Herbst, im Winter meist gar nicht oder nur sehr schwach.
  • Weiße Krusten auf der Erde, braune Blattränder und Rückstände am Topfrand können auf eine Überdüngung hindeuten.
  • Bei selbst hergestelltem Dünger gilt: schwach anfangen und die Reaktion der Pflanze über ein bis zwei Wochen beobachten.

Was Flüssigdünger für Zimmerpflanzen ist

Flüssigdünger für Zimmerpflanzen ist eine Nährstofflösung, die Sie mit dem Gießwasser ins Substrat bringen. Mineralische Produkte enthalten gelöste Salze und wirken unmittelbar, organische Dünger liefern Stickstoff, Phosphor und Kalium in gebundener Form und werden im Boden nach und nach umgesetzt. Weil Topfpflanzen auf engem Raum wurzeln, lässt sich die Versorgung über eine Flüssiglösung fein steuern. Einen Überblick über Kategorien und Formen gibt unsere Themenwelt Flüssigdünger & Pflanzennahrung.

Organischer Flüssigdünger aus Bokashi

Beim Fermentieren von Küchenabfällen im Bokashi-Eimer fällt ein Saft an, der als organischer Flüssigdünger genutzt werden kann. Er ist sauer und enthält gelöste Stoffwechselprodukte der Milchsäurebakterien; unverdünnt vertragen ihn Zimmerpflanzen in der Regel nicht. Für die Anwendung im Topf wird er deshalb deutlich mit Wasser verdünnt. Wie Sie den Eimer führen und den Saft abziehen, beschreibt die Bokashi-Anleitung.

Verdünnen und dosieren

Kriterien für die Düngergabe bei Zimmerpflanzen (Orientierung; maßgeblich sind die Angaben auf dem Etikett des jeweiligen Produkts)
SituationDüngergabeWorauf achten
Frisch umgetopfte Pflanzenin den ersten Wochen nicht düngenDas neue Substrat enthält meist bereits Nährstoffe.
Zimmerpflanzen in der Wachstumsphaseregelmäßig, aber schwach dosiertZwischen den Gaben mit klarem Wasser gießen.
Blühpflanzen mit höherem Bedarfetwas kräftiger als reine GrünpflanzenDie Reaktion der Pflanze über ein bis zwei Wochen beobachten.
Sämlinge und Stecklingein der Regel gar nicht düngenJunge Wurzeln reagieren empfindlich auf Salze.
Winterhalbjahrmeist keine Gabe nötigBei ganzjährig wachsenden Pflanzen sehr schwach dosieren.

Wann und wie oft Sie düngen

Gedüngt wird überwiegend in der Wachstumsphase, also in der Regel von März bis September. In den Wintermonaten wachsen die meisten Zimmerpflanzen kaum und brauchen entsprechend wenig Nahrung. Wer zum ersten Mal mit selbst hergestelltem Dünger arbeitet, startet mit einer schwachen Konzentration und beobachtet die Pflanze über ein bis zwei Wochen. Einen vollständigen Zeitplan nach Pflanzenarten finden Sie im Ratgeber Zimmerpflanzen düngen.

  • Vorher gießen: Trockenes Substrat erst leicht anfeuchten, damit die Nährstoffe die Wurzeln nicht direkt treffen.
  • Nie in der Mittagssonne: Düngen Sie am besten morgens oder abends, nicht bei direkter Bestrahlung.
  • Substrat beobachten: Weiße Krusten auf der Erde sprechen für Salzrückstände – dann schwächer dosieren oder umtopfen.
  • Frisch gedüngt nicht umtopfen: Warten Sie nach einer Gabe einige Tage, bevor Sie die Pflanze umsetzen.
  • Aufbewahrung: Verdünnte Lösung nicht stehen lassen, sondern zeitnah verbrauchen.

Mineralisch oder organisch?

Vorteile

  • Organische Dünger wie Bokashi-Saft schonen das Bodenleben und sind aus Küchenabfällen selbst herstellbar
  • Mineralische Flüssigdünger wirken schnell und sind exakt dosierbar
  • Flüssige Gaben lassen sich an den Bedarf der Pflanze anpassen
  • Ein Wechsel zwischen beiden Formen ist möglich, wenn man die Dosierung anpasst

Nachteile

  • Organische Lösungen riechen teils deutlich und müssen kühl gelagert werden
  • Mineralische Dünger können bei Überdosierung Salze im Substrat anreichern
  • Selbst hergestellter Dünger schwankt in seiner Zusammensetzung
  • Beide Formen ersetzen kein regelmäßiges Umtopfen

Für die Praxis gilt: Wer dauerhaft mit Bokashi-Saft düngt, sollte die Konzentration niedrig halten und zwischendurch mit klarem Wasser durchspülen, damit sich keine Salze ansammeln. Wie Sie die Gabe an Topfgröße und Jahreszeit anpassen, erklärt der Ratgeber Flüssigdünger richtig anwenden.

Quellen

  1. Pflanzendünger selber machen aus Küchenabfällen, Öko-Test, abgerufen am
  2. Bio-Dünger aus Brennnesseln: Jauche juchhe!, Stiftung Warentest, abgerufen am
  3. Zimmerpflanzen richtig düngen, NDR Ratgeber, abgerufen am

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